Trauma Bond


Der Trauma Bond beschreibt eine intensive emotionale Bindung zwischen Opfer und Täter, die in narzisstischen Beziehungnen entsteht.

Obwohl die Beziehung emotional, psychisch oder sogar physisch schädlich ist, fällt es Betroffenen schwer, sich davon zu lösen.Diese starke Bindung entsteht durch die unvorhersehbaren Wechsel zwischen Nähe und Distanz, Zuneigung und Abwertung Liebe und emotionalem Schmerz.


Betroffene erleben einerseits Momente intensiver Verbundenheit, Aufmerksamkeit und vermeintlicher Liebe, andererseits jedoch Manipulation, Kontrolle, Abwertung und Gewalt.Gerade dieser ständige Wechsel verstärkt die emotionale Abhängigkeit. Das Gehirn gerät in einen Zustand permanenter Unsicherheit und beginnt, sich an die kurzen Momente der Erleichterung oder Zuwendung zu klammern. Dadurch entsteht ein Kreislauf aus Hoffnung, Schmerz und erneuter Bindung.


"Der Trauma Bond beschreibt die fesselnde emotionale Verbindung, die Opfer in schädlichen Beziehungen gefangen hält, selbst wenn sie erkennen, dass diese Beziehung für sie destruktiv ist"


Die ständige Abwechslung von Angst (durch Missbrauch) und Erleichterung (durch Momente der Zuwendung) löst diese starke emotionale Bindung aus und wird durch die Hormone, welche in den verschiedenen Phasen ausgeschüttet werden verstärkt.

Das Opfer verbindet den Missbraucher unbewusst mit sowohl schmerzhaften als auch beruhigenden Gefühlen. Dieser Teufelskreis macht die Trennung von einem Narzissten unglaublich schwierig.

Der Trauma Bond kann dazu führen, dass Opfer noch lange in der Beziehung bleiben, selbst wenn sie wissen, dass diese für sie schädlich ist.


Trauma Bond - Die Rolle der Hormone

Die hormonelle Abhängigkeit zum Narzissten, spielt bei der Traumabindung eine zentrale Rolle.

Die "Sucht" nach einem Narzissten ist ein komplexes und oft zerstörerisches Phänomen, das tief in der Biochemie unseres Gehirns verwurzelt ist.
Beziehungen mit Narzissten sind oft von einem Wechselspiel aus intensiver Zuneigung und schmerzhafter Zurückweisung geprägt, was eine Art emotionale Achterbahnfahrt erzeugt.
Dieser Zyklus der Hormone führt dazu, dass das Opfer trotz der Misshandlungen an der Beziehung festhält, ähnlich wie bei einer substanzgebundenen Sucht.
 
Die extremen emotionalen Höhen und Tiefen in einer narzisstischen Beziehung, auch als 
"Zuckerbrot-und-Peitsche-Verhalten" bekannt, aktiviert bestimmte Hormone in unserem Körper, was die hormonelle Abhängigkeit zum Narzissten entstehen lässt.
 
Diese unvorhersehbare Wechselwirkung zwischen Belohnung und Stress macht das Opfer "süchtig" nach den guten Momenten, der Zuneigung und Aufmerksamkeit des Narzissten.
Mit jedem dieser Zyklen, wird die Traumabindung zum Narzissten verstärkt.

Dopamin- Das Belohnungshormon

Dopamin, ein Neurotransmitter, spielt eine zentrale Rolle bei der Suchtentwicklung.

In der sehr intensiver Anfangsphase einer Beziehung mit einem Narzissten überschüttet dieser sein Opfer mit Aufmerksamkeit, Komplimenten und Liebe – eine Phase, die oft als "Love-Bombing" bezeichnet wird. Diese positiven Erlebnisse, lösen eine hohe Dopaminausschüttung im Gehirn des Opfers aus, was ein starkes Gefühl von Belohnung und Glück hervorruft. Diese Höhen möchten wir immer wieder erleben, auch wenn nur für einen kurzen Moment.

Oxytocin- Das Bindungshormon

Oxytocin, oft als "Kuschel- oder Bindungshormon" bekannt, wird bei körperlicher Nähe und emotionaler Intimität freigesetzt. In einer Beziehung mit einem Narzissten wird die Bindung durch gelegentliche Phasen intensiver Nähe und Zuwendung verstärkt. Diese Momente erzeugen ein starkes Gefühl der Verbundenheit, das die emotionale Abhängigkeit des Opfers weiter vertieft.

Cortisol- Das Stresshormon

Während die positiven Phasen einer narzisstischen Beziehung Dopamin und Oxytocin freisetzen, führen die negativen Phasen zu einer Erhöhung des Cortisolspiegels, dem Hauptstresshormon. Ständige Kritik, Manipulation und emotionale Misshandlungen setzen das Opfer unter ständigen Stress. Dieser Wechsel zwischen Hoch- und Tiefphasen – Belohnung und Bestrafung – verstärkt das Suchtverhalten, da das Opfer ständig nach der nächsten "Belohnung" sucht, um den Stress abzubauen.


Breadcrumbing

Breadcrumbing, was mit "Brotkrümel werfen" übersetzt werden kann, ist eine höchst manipulative Taktik des Narzissten. Sie wird von der narzisstischen Person angewendet, um die emotionale Abhängigkeit, die Traumabindung zum Narzissten zu verstärken und aufrechtzuerhalten.

Beim Breadcrumbing werden dem Opfer strategisch kleine "Brotkrümel" der Zuneigung oder Anerkennung zugeworfen, gerade genug, um das Opfer emotional gebunden zu halten, jedoch ohne echte Nähe, Fürsorge oder Verbindlichkeit zu zeigen.

Diese sporadischen "Krümel" können auch dramatische Entschuldigungen oder Versprechungen des Narzissten sein und dienen allein dazu, das Opfer in der Illusion zu belassen, dass die Beziehung wieder "normal" wird.

Nach einer Phase der Abwertung ist das Verlangen nach Nähe und Zuneigung besonders gross, somit ist dieses Verhalten nach diesen Phasen äusserst effektiv.

Breadcrumbing verstärkt die Traumabindung, da das Opfer immer wieder nach diesen kleinen Momenten der Zuwendung sucht, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft der Beziehung, auch wenn die meiste Zeit von Schmerz und Unsicherheit geprägt ist.


Der Teufelskreis

Je länger die Beziehung zum Narzissten anhält, desto schwerer ist es, sich aus diesem Netz zu lösen und den Ausweg aus diesem Irrgarten aus Manipulation und Täuschung zu finden.

Die hormonellen Mechanismen entstehen durch das Wechselbad der Gefühle in einer narzisstischen Beziehung.

Mit dem zusätzlichen Breadcrumbing wird die Traumabindung geboren und aufrechterhalten.

Diese Dynamik verstärkt sich mit der Zeit: Die Krümel werden kleiner und seltener. Eine liebende, fürsorgliche und vertrauensvolle Beziehung, in der sich zwei erwachsene Menschen auf Augenhöhe begegnen bleibt eine Illsuion.

Der Graben klafft vor uns auf und der Sprung in die Freiheit scheint immer gefährlicher und irgendwann unmöglich. Somit ist es keine Seltenheit, dass Menschen Jahre und sogar Jahrzehnte in diesen toxischen Beziehungen verharren, da sie für sich keine andere Alternative mehr sehen. Das Festhalten an den schönen Momenten wird zum Überlebenskampf, der tiefe Furchen auf der Seele und und am Körper hinterlässt.

Dieses Verhalten zu identifizieren und das Verständnis darüber kann Betroffenen helfen, die emotionale Abhängigkeit zu erkennen. Dies ist der erste Schritt, sich davor zu schützen.


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